Blood Tec, Universität BayreuthNeues Atemgerät: Einfache, aber exakte Bestimmung des menschlichen BlutvolumensBAYREUTH/BAYREUTH. - Kenntnisse über das Blutvolumen eines Menschen sind sowohl aus klinischer, als auch aus sportmedizinischer Sicht unerläßlich. Bisher wurde das Blutvolumen mit Hilfe komplizierter Methoden nur in Spezialfällen und mit einer Vielzahl möglicherweise auftretender Fehler bestimmt. Professor Dr. Walter Schmidt von der Abteilung Sportmedizin an der Universität Bayreuth und der Sportökonomin Nicole Prommer ist es jetzt gelungen, ein Atemgerät zur einfachen, aber exakten Bestimmung des Blutvolumens zu entwickeln. Das Team Telekom arbeitet bereits damit, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, die World-Anti-Doping-Agentur (WADA) und sogar das Internationale Olympische Komitee (IOC) haben bereits ihr Interesse angemeldet. "Die von uns ausgearbeitete Methode basiert auf der Einatmung einer geringen und unbedenklichen Menge an Kohlenmonoxyd, das sich im Blut vollständig bindet", erläutern Professor Walter Schmidt und seine Mitarbeiterin Nicole Prommer. Dazu sei ein Atemgerät entwickelt worden, über das der Patient eine genaue Menge an CO aufnehmen muss. Vor und nach der zweiminütigen Atemphase wird Blut aus dem Ohrläppchen entnommen, um die Differenz des Kohlenmonoxydanteils im Blut festzustellen. Eine spezielle Software analysiert die Werte daraufhin, so dass von der ersten Blutabnahme bis zum endgültigen Ergebnis maximal zehn Minuten notwendig sind. Für den Patienten hat die neue Methode zur Bestimmung des Blutvolumens den Vorteil, dass die Belastung gegenüber der bislang genutzten radioaktiven Methode wesentlich kürzer und vor allem nicht invasiv ist. Die Messung soll laut Universität Bayreuth mit 98-prozentiger Genauigkeit funktionieren. Außerdem spart das Atemgerät zur Bestimmung des Blutvolumens Geräte- und Personalaufwand, da zu dem gesamten Vorgang nur noch eine einzige Person notwendig ist. In Kliniken, in denen die Kenntnis des Blutvolumens für Diagnose und Therapie beispielsweise bei Patienten mit Bluthochdruck oder Blutverlusten wichtig ist, können durch die neue Methode Fehltherapien reduziert werden, was wiederum die Heilungschancen verbessert. In der Sportmedizin erhoffen sich die Verantwortlichen durch die neue Methode eine bessere Beurteilung der Leistungsfähigkeit und der Leistungsmanipulation durch Doping. So ermöglicht eine genaue Kenntnis des Blutvolumens für alle Sportler im Ausdauerbereich zum Beispiel wichtige Aussagen über die Trainingseffektivität. Durch eine regelmäßige Kontrolle des Blutvolumens können nicht zuletzt Blutmanipulationen zurückgedrängt werden. Die Patentanmeldung für das Atemgerät zur Bestimmung des menschlichen Blutvolumens ist im Mai 2002 erfolgt, ein Prototyp für die Erprobung im sportmedizinischen Bereich liegt bereits vor. Laut Universität wurden damit bereits über 1000 Untersuchungen an deutschen und internationalen Spitzen- und Breitensportlern durchgeführt. Die Markteinführung ist für Mitte 2004 geplant. Kontakt:
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Dr. Walter Schmidt
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